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Neueste Trends im Bereich Gesundheit

Richtig Laufen


In die Schuhe, fertig, los macht den Jogger eher lahm als fit. Wer sich in die Laufklamotten wirft und sofort losläuft, trainiert sich müde und schlapp. Auch wenn es einen rausdrängt: Dem Laufschritt sollten ruhige Schritte vorausgehen. Freizeitsportler sollten sich vor der Joggingrunde erst einmal eingehen. Das muss kein kilometerlanger Marsch werden, doch ein paar Hundert Meter Spazieren vor dem Loslaufen sind ideal, sagt Heinz Kleinöder vom Institut für Trainingswissenschaft der Deutschen Sporthochschule Köln. Dabei werden die Gelenke auf die anstehende Belastung vorbereitet.

„Die meisten wollen natürlich gleich loslaufen", sagt Kleinöder. Im Normalfall bestehe beim langsamen Traben auch keine Verletzungsgefahr – erst bei Lauftraining, das zum Beispiel schnelle Richtungswechsel beinhaltet, etwa beim Fussball. Daher sollten Freizeitsportler sich nur so lange „eingehen", wie es ihnen passt: „Sonst verlieren Sie unter Umständen schnell die Lust, und das wäre für die Fitness noch schlechter."

Sueddeutsche online, 21.08.2008

Neueste Trends im Bereich Gesundheit
Neue Risiko-Substanz in Pommes entdeckt


2002 wiesen Wissenschaftler so genanntes Acrylamid in verschiedenen Lebensmitteln nach. Die Substanz löste im Tierversuch Krebs aus, schädigt Gene und Nerven. Wie Forscher der TU München jetzt ermittelten, steckt in mit Acrylamid belasteten Lebensmitteln auch das noch gefährlichere Glycidamid. Das Team um Michael Granvogl wies die Substanz erstmals direkt in zehn Kartoffelchips-Sorten sowie drei Sorten Pommes frites nach.

Sie entwickelten zudem ein Verfahren zur Mengenbestimmung. Die Glycidamid- Menge lag bei 0,3 bis 1,5 Mikrogramm pro Kilo, wie die Forscher im „Journal of Agricultural and Food Chemistry" berichten. Typischerweise findet sich nach ihren Angaben in denselben Lebensmitteln 300 bis 600 Mikrogramm Acrylamid, das in der Leber zu Glycidamid abgebaut wird. Dieser Prozess ist für die bekannte krebserregende Wirkung von Acrylamid verantwortlich, erklärt Matthias Baum, Toxikologe und Lebensmittelchemiker an der TU Kaiserslautern. Es gebe Publikationen, die davon ausgingen, dass im menschlichen Körper rund zehn Prozent des Acrylamids umgewandelt würden, sagt der Toxikologe. Demnach entstünde in der Leber ein Vielfaches der in den Lebensmitteln nachgewiesenen Menge an Glycidamid. Baum urteilt: „Aus dem Bauch heraus gesagt, dürfte das, was die Kollegen an Glycidamid gefunden haben, jedoch keinen wesentlichen Beitrag leisten."

Der Leiter der Münchner Studie, Michael Granvogl, meint, es gehe ihm nicht darum, eine erneute Panik wie beim Acrylamid auszulösen, sondern darum, dass Herstellungsprozesse optimiert würden, um die Belastung zu senken. Er selbst jedenfalls esse noch Pommes frites. Das gilt auch für Baum: „Ich mache mir dabei wesentlich mehr Sorgen um Übergewicht als um Glycidamid", sagt er.

Stern online, 18.08 2008